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Aktuelles

AXA Studie: Fahrassistenzsysteme können Unfälle verhindern, begünstigen aber Ablenkung am Steuer

Schweizer FachmedienBy Schweizer Fachmedien7. September 20265 Mins Read
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Eine Befragung der AXA zum automatisierten Fahren bestätigt den Nutzen von Fahrassistenzsystemen, insbesondere des Notbremsassistenten: 27 Prozent gaben an, dass dieser sie in den letzten sechs Monaten mindestens einmal vor einer gefährlichen Situation geschützt habe. Zudem zeigt eine Analyse von AXA Schadendaten, dass Autos mit modernsten Fahrassistenzsystemen rund 40 Prozent weniger Auffahrunfälle verursachen als solche ohne.

Trügerische Sicherheit

Gemäss der Studie, welche die grösste Autoversicherung der Schweiz anlässlich ihres diesjährigen Mobilitätstages durchgeführt hat, finden über zwei Drittel der Befragten, dass Assistenzsysteme die Sicherheit auf den Strassen erhöhen. Allerdings kann dieses Sicherheitsgefühl gefährlich werden. So sagen 47 Prozent der Befragten mit Assistenzsystemen, dass man riskanter fahre im Glauben, dass die Systeme in kritischen Momenten eingreifen. 60 Prozent sind der Meinung, dass man deswegen weniger aufmerksam unterwegs sei.

Assistenzsysteme sind kein Freipass für Handynutzung

Exemplarisch zeigt sich dies an der Handynutzung: Gemäss AXA Umfrage bleibt weniger als die Hälfte der Befragten beim Autofahren konsequent handyfrei – besonders oft lenken das Schreiben und Lesen von Nachrichten ab. Dabei nutzen Lenkende, die Fahrassistenzsysteme verbaut haben, das Handy gemäss eigenen Angaben öfter als solche ohne Fahrhilfen (28 Prozent verglichen mit 22 Prozent, die gelegentlich auf das Handy schauen während der Fahrt). Mindestens 10 Prozent schalten die Systeme gar aktiv ein, um sich anderen Tätigkeiten widmen zu können.

«Tatsache ist, dass die Systeme, die heute in Autos bei uns in der Schweiz verbaut sind, weiterhin die volle Konzentration der Lenkenden erfordern. Die Hände gehören zu jeder Zeit ans Steuer. Sich einfach zurücklehnen oder kurz aufs Handy zu schauen, ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich. Der eigentliche Sicherheitsgewinn kann durch ein risikofreudigeres Verhalten am Steuer wieder verloren gehen», erklärt Luca Genovese, Leiter Forschung und Prävention und AXA Kompetenzzentrum Mobilität.

Unwissen am Steuer wird zum Risiko

Das Phänomen, dass Menschen ihr Verhalten anpassen, wenn sie sich durch Schutzmassnahmen sicherer fühlen, nennt man Risikokompensation. Sie wird durch fehlendes Wissen zusätzlich gefördert, erklärt der Präventionsexperte. Tatsächlich mangelt es gemäss AXA Studie an grundlegenden Kenntnissen über die Fahrassistenzsysteme: Fast drei Viertel der Lenkenden mit Fahrhilfen geben an, dass sie beim Kauf keine Einführung zu den Systemen erhalten haben – 89 Prozent würden sich eine solche wünschen. Luca Genovese rät deshalb dringend, sich mit den Systemen vertraut zu machen oder sich bei Fragen an den Garagisten oder an eine Fahrschule zu wenden.

Knöpfe statt Touchscreens gefordert

Ablenkung am Steuer entsteht gemäss Befragung auch durch die modernen Fahrzeuge selbst, z. B. durch die Bedienung von Fahrzeugsystemen wie der Musikanlage oder des Navigationssystems. Interessant dabei: Die Hälfte der Befragten fühlt sich stark oder eher stark durch die Nutzung der in ihren Autos verbauten Touchscreens abgelenkt. Zwei Drittel aller Autofahrerinnen und Autofahrer sind folglich der Meinung, dass in Autos wieder vermehrt Knöpfe statt der modernen Bildschirme eingebaut werden sollen.

Wenn Piepstöne und Warnungen irritieren

Einige Fahrerinnen und Fahrer fühlen sich auch von den Assistenzsystemen abgelenkt. «Ein Piepsen hier, ein unerwartetes Gegensteuern da – das kann verständlicherweise auch irritieren», sagt Luca Genovese. Fast jeder Dritte gibt an, sich vom Spurhalteassistenten und vom aktiven Lenkassistenten gestört zu fühlen, 23 Prozent vom Geschwindigkeitswarner. Die Folge: Lenkende schalten die Hilfen aktiv aus.

Der Präventionsexperte rät jedoch dringend davon ab, sicherheitsbezogene Fahrassistenzsysteme wie den Spurhalteassistenten oder den Notbremsassistenten auszuschalten. Und komfortbezogene Systeme wie der adaptive Tempomat oder der Einparkassistent müssen unbedingt korrekt genutzt werden. «Die heutigen in der Schweiz zugelassenen Fahrassistenzsysteme unterstützen, aber sie übernehmen nicht die Verantwortung. Diese liegt weiterhin vollständig beim Menschen. Nur so können Unfälle konsequent verhindert werden», erklärt der Präventionsexperte.

Sein Kollege Jérôme Pahud, Leiter Mobilitätsversicherungen bei der AXA Schweiz, ergänzt: «Dass Notbremsassistenten Wirkung zeigen und Auffahrunfälle abnehmen, ist aus Präventionssicht eine erfreuliche Entwicklung. Allerdings gilt es zu beachten, dass diese Schadenart nur einen kleinen Teil der bei der AXA gemeldeten Autoschadenfälle ausmacht. Hinzu kommt, dass dieser Rückgang die aufgrund der hohen Ersatzteilpreise deutlich gestiegenen Schadenkosten derzeit bei weitem nicht zu kompensieren vermag.»

Präventionstipps:

  • Sicherheitsbezogene Systeme (z. B. Notbremsassistent oder Spurhalteassistent) nicht ausschalten
  • Die Hände gehören ans Lenkrad, der Blick auf die Strasse
  • Unbedingt auf andere Aktivitäten wie Handynutzung oder das Essen verzichten
  • Den Sicherheitsgewinn nicht als Einladung zu mehr Risiko und Ablenkung verstehen
  • Die Funktionsweise der Systeme bewusst kennenlernen
  • Sich bei Fragen oder Störungen an den Garagisten oder eine Fahrschule wenden

Wie gross die Wirkung von Fahrassistenzsystemen sein kann und wie wichtig es trotzdem bleibt, dass Lenkende aufmerksam sind, hat die AXA anlässlich ihres Mobilitätstages in Romanshorn mit Fahrsimulationen anschaulich aufgezeigt.

Zur Studie: Die Grundgesamtheit der Befragung umfasst die sprachlich integrierte Wohnbevölkerung der deutsch- und der französischsprachigen Schweiz im Alter zwischen 18 und 79 Jahren. Um eine Verzerrung der Daten durch Fachexperten und Expertinnen zu vermeiden, wurden Personen, die in der Autobranche tätig sind, von der Befragung ausgeschlossen. Insgesamt wurden 1’272 Personen befragt. Die Datenerhebung erfolgte zwischen dem 9. und dem 20. April 2026 über das Online-Panel von AmPuls.

Über die AXA

Rund zwei Millionen Kundinnen und Kunden in der Schweiz vertrauen auf die Expertise der AXA in der Personen-, Sach-, Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Lebensversicherung sowie in der Gesundheits- und beruflichen Vorsorge. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit, Vorsorge und Unternehmertum sowie einfachen, digitalen Prozessen steht die AXA ihren Kundinnen und Kunden als Partnerin zur Seite und ermutigt sie mit ihrem Markenversprechen «Know You Can», auch in herausfordernden Situationen an sich selbst zu glauben. Dafür setzen sich rund 4700 Mitarbeitende sowie 3100 Kolleginnen und Kollegen im Vertrieb persönlich ein. Mit über 340 Geschäftsstellen verfügt die AXA über das schweizweit grösste Vertriebsnetz in der Versicherungsbranche. Die AXA Schweiz gehört zur AXA Gruppe und erzielte 2025 ein Geschäftsvolumen von CHF 6,6 Mia.

AXA
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